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PRESSEBERICHTE

 

Keiner hat die Absicht, ein Zelt zu errichten!

Seit fast zwanzig Jahren erweist sich das Kreuzberger BKA als überaus findig im Entdecken kommender Stars. Der Mut wird belohnt: Viele groß gewordene Kleinkünstler kehren zurück


Der Taxistand vor der Tür heißt noch immer „Dachluke“, obwohl aus der gleichnamigen Diskothek bereits 1988 die „Berliner Kabarett-Anstalt“ wurde – das BKA. (Natürlich sagt kein Mensch die BKA, wie es eigentlich korrekt wäre.) Die Begründer, allen voran Jürgen Müller und Rainer Rubbert, tauschten damit ein trefflich ironisches Kürzel gegen das andere. Sie kamen vom Ensemble des CaDeWe (Cabaret des Westens), das sein Domizil gleich um die Ecke, im heutigen Mehringhoftheater, hatte.

Gerahmt vom Finanzamt und von der legendären Imbissbude „Curry 36“, war ein innovatives Mekka vielfältigster musikalisch-dramaturgischer Ausdrucksformen entstanden. Und dies nicht nur festgemauert in der Kreuzberger Erden. Im Laufe der Jahre ergänzten mehr oder weniger kurzlebige BKA-Zelte – am Kulturforum, am Schlossplatz und am Ostbahnhof – die Show-Angebote des „Mutterhauses“. Bevor sich andere um sie rissen, begeisterten hier nachmalige Stars wie Rosenstolz oder eine „singende Herrentorte“ namens Helge Schneider, und Rainer Rubbert etablierte mit seiner „Unerhörten Musik“ eine viel beachtete Konzertreihe für zeitgenössische Klänge.

Dennoch war die ökonomische Situation immer schwierig – bis sich der exzentrische Impresario Jürgen Müller zurückzog und mit Franziska Keßler ein rettender Engel das wunderbare Theater mit der breit ausladenden Bühne und dem einladend komfortablen Zuschauerraum übernahm.
Noch immer, nein: mehr denn je sprüht sie vor Begeisterung, wenn sie blitzenden Auges vom erstmals schuldenfreien BKA erzählt. Mit Gründung der „Theaterexperten gGmbH“ stellte sie das insolvente Haus auf völlig neue, im wesentlichen weibliche, Füße: Neben ihr schmeißen Bettina Exner und Stefanie Selchow den Laden.

Die BKA-typischen Erfolgsgeschichten gehen weiter. Keßlers Wien-Connection bescherte etwa dem Kabarettisten Alfred Dorfer eine Berliner Basisstation, und von der ebenso stimmgewaltigen wie humorigen Dresdener Sängerin Annamateur wird noch viel zu hören sein. Überdies kehrt mancher inzwischen zu Ruhm gelangte Künstler der frühen Jahre zurück, wie demnächst Tim Fischer oder Désirée Nick.

Weil aber mancher der heutigen Stars den Rahmen der Spielstätte sprengen würde, lagert das sympathische Trio einige Shows aus. Wie früher, in ein Zelt?
„Keiner hat die Absicht, ein Zelt zu errichten!“ verkündet Keßler mit Nachdruck: „Wenn eine Rosine zu groß für unser Kuchenblech ist, leihen wir uns ein anderes.“ Und sie verweist auf Josef Hader, der, veranstaltet vom BKA, sein neues Programm im Admiralspalast spielen wird. Dies ist zugleich eine von vielen Veranstaltungen, mit der die Stadt auf das 20jährige Jubiläum des famosen Kleinkunsttheaters aufmerksam gemacht werden soll. Bis es im April 2008 so weit ist, wird noch viel passieren – drohen die drei Damen, frei nach dem historischen BKA-Slogan „Wir quälen Sie mit Vergnügen“.

Norbert Tefelski - Tagesspiegel, Dez.07

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Sprungbrett für die Kleinkunstszene
Auch Stars haben mal klein angefangen: Die Berliner Kabarett-Anstalt, kurz BKA, feiert ihr 20-jähriges Bestehen
Von Ulrike Borowczyk
 
Eigentlich grenzt es für Franziska Keßler schon an ein kleines Wunder, dass sie das 20-jährige Jubiläum des Kreuzberger BKA-Theaters feiern kann: "Es ging so oft bergauf, bergab. Da habe ich manches Mal gedacht, das läuft nicht mehr lange gut. Für mich bedeutet der Geburtstag deshalb: Donnerwetter! Alle Achtung, dass es uns noch gibt." Im April 1988 gründeten Jürgen Müller und Rainer Rubbert vom CaDeWe (Cabaret des Westens) die Berliner Kabarett-Anstalt, kurz BKA. Bis 2004 gehörte das Luftschloss mit wechselnden Standorten zum Kleinkunst-Domizil am Mehringdamm. Nach dem dritten Umzug an den Ostbahnhof kam jedoch die Insolvenz für das große Zelt, die das kleine Haus mit in die Pleite riss.
 
Damals, vor drei Jahren, wagte Franziska Keßler, die seit 1994 zum BKA-Team gehörte, mit dem Theater einen Neuanfang. "Künstler wie Ades Zabel und Popette Betancor haben angerufen und gesagt: ,Kinder, wir brauchen dieses Theater. Ihr müsst weitermachen!'", erinnert sie sich. Keine einfache Aufgabe: "Früher hieß es, das Zelt subventioniert das Theater. Es gab nie eine institutionelle Förderung. Wir wussten nicht, ob wir es wirklich schaffen", so Franziska Keßler.
 
Seither feilt die Künstlerische Leiterin gemeinsam mit PR- und Marketing-Expertin Bettina Exner sowie der "Finanzministerin" Stefanie Selchow am markanten Profil. Mit Erfolg. Der Laden brummt. Neben hausgemachten Stars wie Ades Zabel und Kay Ray sind österreichische Kabarett-Giganten längst das Markenzeichen des BKAs. Wer die Kult-Komiker Stermann  Grissemann live erleben möchte, pilgert ebenso nach Kreuzberg wie die Fans des grandiosen Alfred Dorfer. Josef Hader wird im März wegen der immensen Nachfrage gar im Admiralspalast veranstaltet. "Wien und Berlin haben diesen ähnlichen, groben, mürrischen Charme, diesen bösen Humor mit zynischer Einfärbung. Das passt gut zum Geist des Hauses", so Frau Keßler.
 
Auch musikalisch haben die drei Damen vom BKA Hochkarätiges etabliert: Mit dem A-cappella-Festival "EngelsZungen" sowie den Popchanson-Shootingstars Sven Ratzke und Denis Fischer. Es ist aber auch die Lust am Experiment, die viele Abende so spannend macht. Denn neben Qualität und Inhalten setzt das Theater immer wieder auf Newcomer.
 
Eine der Entdeckungen ist Annamateur. Die stimmgewaltige Dresdnerin erhält in diesem Jahr den Deutschen Kleinkunstpreis. "Sie hat es geschafft, spielt glücklicher Weise aber auch noch bei uns. Das ist nämlich das Bittere: Man entdeckt - und andere ernten", weiß Franziska Keßler. Manche Künstler sind mittlerweile jedoch schlichtweg so berühmt, dass sie riesige Hallen brauchen. Wie Rosenstolz. "Die sagen: Wir würden ja gern bei euch spielen. Nur, wie sollen wir den restlichen Dreißigtausend erklären, dass sie keine Karte mehr kriegen."
 
 Zum Jubiläum geben sich die Stars auf der Cinemascope-Bühne ohnehin die Klinke in die Hand. Natürlich zur Geburtstagsgala am 28. April und natürlich das ganze Jahr über. Chansonnier Tim Fischer etwa kehrt mit der Produktion "Adam Schaf hat Angst" im Februar für zwei Wochen ins BKA zurück. Und Ades Zabel lädt in seiner Paraderolle als Neuköllner Wuchtbrummer Edith Schröder zu Kiezrundfahrten ein.
  
Geburtstagsgala: 28. April
 
© Berliner Morgenpost

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Ades Zabel: „Made in Neukölln“

LEGGINS SIND KRISENSICHER
Von Irene Bazinger
Berlin. Vom Zoni-Zenter bis zum Ein-Euro-Amtspuff, in dem sich Hartz-IV-Empfängerinnen verdingen müssen, die nicht Hundekot in der Karl-Marx-Straße einsammeln wollen: Der bevorzugte Problembezirk des Urberliner Entertainers Ades Zabel hat in seiner neuen Show „Made In Neukölln“ weder Scham- noch sonstige Grenzen. Mit seiner Company zeigt er den Sommer über in der Berliner Kabarettanstalt (BKA), wie geistreich und witzig, topografisch kompetent und - bei aller Boshaftigkeit - menschenfreundlich sein hochfrequenter Tunten-Trash ist. Abermals steht sein Alter Ego, die dämlichschrille
Langzeitarbeitslose Edith Schröder, im Mittelpunkt. Jahrelang hat sie das Sozialamt betrogen und muss jetzt zur Strafe ein Straßenfest im Kiez veranstalten.
Heinz Buschkowsky schickt rote Rosen!
Die Freundinnen stehen ihr bei, wie auch Karl Lagerfeld, Mireille Mathieu und Chayenne aus Bitterfeld. Dass Lady Gaga absagt, ist nicht wirklich schlimm, denn Edith ersetzt sie vollgültig. Bezirksbürgermeister Heinz Buschowsky schickt rote Rosen und bittet sie am Schluss um ihre Hand.
Ades Zabel, Biggy van Blond, Bob Schneider, Stefan Kuschner und Lars Schwuchow geben dem Travestie-Affen haufenweise Zucker, wechseln die schrägen Fummel und die schlimmen Perücken mit hemmungslosem Vergnügen an verschärfter
Geschmacksverirrung und ganz normaler Beklopptheit. Gesungen werden in bester Futschi-Laune Eigenkompositionen und so närrisch zelebrierte wie hinreißend adaptierte Songs von Peter Alexander über Boney M. bis Kitty Kat. Kein Klischee ist blöd genug, als dass es diese Männer in Miniröcken, Leggins („sind krisensicher“) und weißen Ludenhosen nicht ungeniert
übersteigern könnten: Was für ein herzerfrischend bescheuerter Nonsens!
MÄRKISCHE ODERZEITUNG, 15. Juni 2010


Hartz VIII statt Hartz IV - Netter Trash: »Made in Neukölln« von Ades Zabel
Was haben Neuköllns Bürgermeister Heinz Buschkowsky, Pop-Ikone Lady Gaga und Modeschöpfer Karl Lagerfeld gemeinsam? Ganz einfach: Sie alle werden in der neuen Trash-Show der Ades Zabel-Company im BKA-Theater kräftig durch den Kakao gezogen. »Made in Neukölln« heißt die schrille Mischung aus Travestie, Comedy und »Stars in Concert« für Arme, in der Zabel-Kunstfigur
Edith Schröder und ihre beiden Freundinnen, die resolute Kneipenwirtin Jutta Hartmann und Legginsboutique-Besitzerin Brigitte, wieder einmal hemmungslos ihren Problembezirk und sich selbst feiern.
Nach Ausflügen ins Weihnachtsgeschäft und auf eine Pazifik-Insel besinnt sich die bunte Truppe, die nicht nur in Berlins Schwulenszene Kultstatus genießt, wieder auf ihren Heimatkiez rund um die Nogatstraße. Schon ein Ausflug in die Hasenheide ist für die bekennende
Sozialschmarotzerin Edith eine anstrengende Expedition. Überhaupt kommen allerlei Mühen auf Neuköllns bekannteste Langzeitarbeitslose zu: Nachdem sie jahrelang doppelt abkassiert hat – Hartz VIII statt Hartz IV! – ist der Schwindel aufgeflogen, Edith aber will weder
mit ihrer lesbischen Sachbearbeiterin ins Bett steigen (»Zwei Frauen?! Nee, dit ist mir eklig!«), noch die (sonst für Männer reservierten) besonders üblen Ein-Euro-Jobs machen, die ihr die gekränkte Amtsfrau aufdrängen will: im Altenheim schuften, Hundekot auf der Karl-Marx-Straße aufsammeln oder gar im Amtspuff anschaffen. »Edith, Du bist die fette Made von Neukölln!«, empört sich Bürgermeister Buschkowsky, gespielt vom wunderbaren Stefan Kuschner. Zur Strafe muss Edith ein Straßenfest organisieren. Ehrensache, dass ihre Freundinnen Jutta (Bob Schneider) und Biggi (Biggy van Blond) sie dabei tatkräftig unterstützen.
Auch wenn manche unappetitlichen Einfälle die Grenzen des guten Geschmacks schon arg ausreizen, zum Beispiel die Hundekot- Aufsammel-Szene, und einige Gags etwas flach ausfallen, bleiben immer noch genug absurde Szenen, originelle Figuren und schräge Sprüche in Berliner Schnauze, die den Transen-Klamauk zu einem echten Vergnügen machen. Hier kriegt jeder sein Fett weg, vom wichtigtuerischen Lokalpolitiker bis zur Bitterfelder Provinzsängerin (Kostprobe: »Wir hatten Kettwurst und Carmen Nebel, es war nicht alles schlecht«), vom Privatfernsehen bis zur arrogant-aggressiven »Türkenbratze«. Auch die Selbstironie kommt nicht zu kurz – Männer in Frauenkleidung ziehen sie immer so runter, murrt Edith, und das Coming Out der entflammten Sachbearbeiterin wird beklatscht wie wild. Im zweiten Teil gibt es zwar arg viele Schlagermedleys mit Vollplayback-Unterstützung, doch die schmissigen »echten« Gesangs- und Tanzeinlagen machen das wieder wett – vor allem der Titelsong bleibt im Ohr hängen: »Wir sind Made in Neukölln, unser Jetset heißt Prekariat.«
Anouk Meyer, Neues Deutschland, 21.06.2010

 

Griff in den Schokopudding
"Made in Neukölln", die neue Trash-Show von Ades Zabel im BKA-Theater
Marika Bent
Die schlechte Nachricht zuerst: Die Bundesregierung will Hartz IV kürzen. Die gute Nachricht: Edith Schröder aus Neukölln hat vorgesorgt. Die bekennende Langzeitarbeitslose hat dem Amt Südost 'ne falsche Schroeder mit "oe" vorgegaukelt und so ihren Satz auf Hartz VIII aufgestockt. "Edith, du bist die fette Made in Neukölln", empört sich selbst der hartzgesottene Bezirkskönig Heinz Buschkowksy, für den Ades Zabels neue Trash-Show "Made in Neukölln" im BKA-Theater noch Schicksalhaftes bereithält. Am Ende des Stücks werden Buschkowsky und Schröder ein Paar sein, gesegnet von einem Pfarrer mit hinten offenem Talar. Willkommen im Keller des guten Geschmacks.
Manches möchte man hier unten doch schnell wieder vergessen. Zum Beispiel jenen Topf braunen Schokopudding, der hinter einer Säule als Hundekot-Requisit auf seinen Einsatz wartet. Ades Zabel alias Edith Schröder darf genussvoll hineinlangen, denn ihr Amt
hat ihr zur Strafe für die Betrügerei ein paar Maßnahmen übergeholfen: Anschaffen im Amtspuff, Abwischen im Altersheim, Aufsammeln von Hundegeschäftchen. Für alles ist Edith zu prüde oder zu müde. Schließlich zur Organisation eines Straßenfestes vergattert, darf sie beweisen, dass unter der Flokati-Perücke doch ein soziales Gewissen haust, dass hinter Discount-Blusen und unter BH-Ausstopfungen irgendwo ein Herz zuckt und auf sein Recht auf Lebensfreude pocht.
Oder wie es die Mitglieder der Zabeltruppe, Biggy van Blond, Bob Schneider, Stefan Kuschner und Lars Schwuchow, formulieren: "Sei schön." Mit Wonne schmeißen sie sich in ihren Rollen als blonde Freizeitschlampe, übergewichtige Chansonnière oder Bitterfelder Provinzdiva. Jeder neue Fummel bekommt Szenenapplaus, und das Outing einer lesbischen Sachbearbeiterin führt zu orgiastischer Begeisterung. Das ist die schwule Antwort auf die Berlin-Kampagne des Hauptstadtmarketings. Es ist die leibhaftige Arm-aber-sexy- Fantasie, die Tetra-Pack-Alk in Champagner und Bockwurst in Kaviar verwandelt. Es ist die rosarote Brille, durch die der Bezirk Neukölln aussehen kann wie das 16. Arrondissement oder eine Zabelshow wie eine Darbietung im Moulin Rouge.
Das alles ist natürlich großer Quatsch. Und selbst Edith Schröder stellt während der Vorstellung fest, dass ihre Brille überhaupt keine Gläser besitzt und sie sich von Männern in Frauenkleidung immer furchtbar runtergezogen fühlt. Je breiter der Graben zwischen
eigenem Unvermögen und angestrebter Darstellung desto größer der Witz. Also, immer schön ironisch bleiben.
Berliner Zeitung, 07.06.2010


Edith Schröder: Gebremster Schaum in Neukölln
"Made in Neukölln" ist als Show überraschend durchinszeniert, verliert dadurch aber auch
SIS 11.6. – Edith Schröder, geht es bei "Made in Neukölln"an den Kragen: Als Sozialhilfebetrügerin entlarvt, wird sie zur Schande Neuköllns erklärt. Woran ihre beste Freund-/Feindin Jutta (Bob Schneider) Hartmann nicht ganz unbeteiligt ist. Selbst der Bezirkskönig Buschkowsky (toll: Stefan Kuschner) schaltet sich in das Verfahren ein und bürdet Edith die
schwere Last auf, das durch ihre Schuld angeschlagene Ansehen von Neukölln wiederherzustellen ...
"Made in Neukölln", das verspricht mit einem prima Ensemble und Zutaten wie "Rollberg TV", Kot-Patrouille auf der Karl- Marx-Allee und Liedzeilen wie "Unser Jet Set heißt Prekariat" anfangs Unterhaltung in best-bewährter Trash-Manier.
Doch im Lauf des Abends wird man gewahr: Hoppla, das Stück hat so gut wie keine Längen, die Texte sitzen, die
Choreografien sowieso. Ja, sind wir denn noch bei Edith Schröder?
Schon, aber alles mit irgendwie gebremstem Schaum. Was so manchen Shows bisher fehlte, ist dieses Mal zu präsent.
Ein Regisseur, dessen Name nicht im Promo-Material genannt wird, hat das Stück in Form gebracht. Well done. Das Mehr an Disziplin schadet der Inszenierung nicht durchgängig, aber am Ende ist sie doch viel zu glatt poliert.
Und leider bekommt Jutta Hartmann keine Gelegenheit, ihre böse Drohung "Das wird ein Straßenfest des Grauens!" wahrzumachen. Stattdessen verliert sich der zweite Akt in einer so hübsch choreografierten wie beliebigen Nummernrevue mit gelegentlichen Handlungseinsprengseln, die das Ganze mühselig zusammenhalten. Da reiflt auch Edith als Ersatz für die ausgefallene Hauptattraktion nichts. (fh)
Siegessäule, 11.6.2010

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